Kinder und Jugendliche 

Je jünger ein Kind ist, desto mehr braucht es die Hilfe von seinen Bezugspersonen, da es nur bedingt selbstwirksam an seiner Situation etwas verändern kann. Kinder, die jünger sind als 6 Jahre behandle ich nur im familientherapeutischen Setting. Abklärungen etwaiger entwicklungsspezifischer Auffälligkeiten und körperlicher Ursachen werden in der Regel benötigt. Bei Kindern mit einer gestellten Diagnose sollte der Befund vorab übermittelt oder spätestens zum 1. Termin mitgebracht werden. 

Kinder 6-12 

  • Verhaltenskreativität
  • Essverhalten
  • Schlafverhalten
  • Ausgrenzungsthemen
  • Verlustangst
  • Angsterleben
  • Verarbeitungsprozesse wie Trauer, Trennungen
  • KiTa- und Schulstress
  • Körperliche Unruhe / Selbststeuerung 
  • Depressives Erleben
  • Übermässige Nutzung sozialer Medien/Gaming/Handy
  • Suizidale Gedanken

Jugendliche ab 12 

siehe Kinder und

  • Idenditätskrise, Persönlichkeitsentwicklung
  • Suchtproblematik
  • Liebeskummer
  • Umgang (Peergruppen)
  • Probleme in Ausbildung / Studium
  • Gewalt -u. Regulationsthemen
  • Selbstverletzung
  • "austherapierte" Symptomträger 

Therapie oder Coaching?

Eine Therapie ist dann sinnvoll, wenn ein klares Störungsbild nach ICD10 vorliegt. Dies ist nicht immer Fall. Verhaltenskreativität und Wachstumskrisen sind Herausforderungen, die (nach Ausschluss einer Störung) auch in einem Coaching gut behandelt werden können. Dabei geht es um die Stärkung der Selbstwirksamkeit und das Erlernen altersgerechter, sinnvoller Bewältigungsstrategien. Kinder ab 8 Jahren sind durchaus in der Lage selbst Lösungen zu finden und sie ihren Eltern zu präsentieren, die im Verlauf des Coachings in den Lösungsprozess eingebunden werden. Voraussetzung für ein Coaching: es liegt keine tiefergehende Störung vor. Dies wird immer vorab geprüft.
Meine Coachings sind immer methodisch geführte Coachings. D.h. ich wende nur Methoden an, die wissenschaftlich fundiert und auf ihre Wirksamkeit überprüft sind. 

Für Kinder ab 8 Jahren & Jugendliche:

ICH SCHAFFs Coaching nach Dr. Ben Furman:
15-Schritte Programm: Geeignet bei Lernschwierigkeiten, Konzentrationsmangel, Schüchternheit, etc. (12 Wochen, 8 Termine, a 60 min.)

Jugendliche ab 12 Jahren

ZRM-Selbstmanagement nach Dr. Maja Storch
8-Schritte Programm (8 Wochen, 8 Termine, a 90 min.), geeignet bei Identitätskrisen, Selbstwert-Themen, Lernkrisen, jugendliche Planlosigkeit...)

Entwicklungsaufgaben für Eltern & Jugendliche

Bindung vs. Autonomie 

Die Phase des Erwachsenwerdens stellt Jugendliche und Eltern gleichermaßen auf eine harte Probe. Für die Jugendlichen geht es darum, ihr eigenes Selbst, ihre Identität und ihre Rollen zu finden. Sie müssen ihr körperliches Wachstum verkraften und mit ihren Gefühlen und Gedanken zurechtzukommen. Für die Erwachsenen geht es darum, eine Balance zwischen Vertrauen und Autorität bzw. elterlicher Präsenz hinzubekommen.
Das Wichtigste in jeder Entwicklungsphase ist die Kommunikation und die Bereitschaft sich auf neue Gegebenheiten einzulassen und nicht mehr funktionierende Interaktionsmuster und Strukturen hinter sich zu lassen.

Es nützt keinem das Kind zum Sündenbock oder die Eltern zu Erziehungsversagern zu stigmatisieren. Das wäre zu einfach. Reden wir über Lösungen! Probieren wir sie aus! Guter Rat ist immer „systemisch“. 

Katja Keller, Systemische Familientherapie

Kindheit im Wandel

Wenn alles zu viel wird…

Unsere Kinder sind einer immer komplexer werdenden Umwelt ausgesetzt. Ein hoher Leistungsdruck, Ängste, Gruppenzwang, Identitätssuche oder gesellschaftliche Themen können das innere Gleichgewicht empfindlich stören. Und wenn dann auch noch der Haussegen schief hängt, kann ein „grade rücken“ allen viel Kraft abverlangen, zumal bereits versuchte Problemlösungen nichts gebracht haben und somit Teil des Problems geworden sind.
Helfen Sie ihrem Kind beim Selbstständig werden und bieten ihm Schützenhilfe durch professionelle Unterstützung beim Selbstmanagement.
Im systemischen Einzelcoaching, ggf. einer Therapie unterstütze ich systemisch beim Bewältigen konkreter Probleme und Störungen.

Hypno-systemische Arbeit nicht nur mit Kindern

Die innere Vielfalt - Teilearbeit

In der Psychologie spricht man vom ICH und den Me´s. Vereinfacht gesagt, stellt das ICH unser Bewusstsein dar - ich bin ich. Und die Me´s sind unsere Verhaltens - o. Gefühlsanteile, die meist unbewusst agieren. Die Me´s gehören zu uns und können ausgeglichen, erwünscht oder lästig sein. Dieses System kann man als "innere Familie", "inneres Team" oder "inneres Ensemble", etc. bezeichnen.

Verhaltens-Me-Anteile sind z.B: die innere Kritikerin, der strenge Richter, die lustige Plaudertasche, das stille Lamm oder der freche Wirbelwind. Gunther Schmidt, der Begründer der Hypnosystemik spricht z.B. vom ungeduldigen Antreiber oder dem allwissenden Beobachter ("innere Konferenz"). In anderen Modellen hört man von auftretenden Gefühlsanteilen: die Angst, der Kummer, die Wut, etc. Gefühle, die willkürlich in uns agieren. Hinter den Gefühlen steht immer auch ein Bedürfnis, welches ein inneres Feuer entfacht, aber oft nicht erkannt wird.

All diese inneren Anteile (Eigenschaften, Verhalten, Gefühle, Stimmen, Bedürfnisse) machen uns aus. Wenn wir sie verdammen oder unterdrücken, werden sie zu Quälgeister, die außerhalb unserer Kontrolle sind. Wenn wir ihnen zu viel Macht geben, werden sie zu Tyrannen, die alles bestimmen. Sie haben ihre eigenen Glaubenssätze und Regeln: ein Erlebnisszenario, was uns glauben macht, keine Kontrolle über unser Handeln zu besitzen.

ABER: wenn wir innere Anteile erst mal wahrnehmen, sie wertschätzen, ihnen Manieren beibringen, ihnen Humor lehren, sie trösten und bestärken oder beruhigen, ihnen eine neue Aufgabe geben oder sie mit ihrem Bedürfnis bekannt machen - dann werden sie zu unseren inneren Helfern. 

Innere Vielfalt mit Kindern


In der Kinder- u. Jugendarbeit wende ich diese Methode gerne an, da ein individuelles inneres Bild der eigenen Anteile entstehen kann, das sehr hilfreich ist. Es schafft den Raum für Selbststeuerung: Alles was auf eine innere Resonanz stösst, kann in den Veränderungsprozess aufgenommen werden. Dorthin folgt die Aufmerksamkeit - und mit diesem neuen Fokus stellt sich die eigene Wirksamkeit bei Kindern ein. Sie haben selbstbestimmt ihr inneres Team zusammen gestellt, welches sie mit Stolz führen und anleiten können. Sie werden ihr eigener Coach in Sachen Selbstregulierung.
 
Diese Arbeitsweise mit bildreicher, innerer Erlebniswelt ist aber nicht nur was für die Youngsters. Wie sieht es bei Ihnen aus? Kennen Sie ihre inneren Anteile und kommunizieren Sie mit ihnen? Kennen Sie  das angepasste Chamäleon?  Oder den zerstörenden Tyrannosaurus Rex?  Oder Professor Skepsis?  Oder Panik-Panther?  Und wie kommunizieren sie mit diesen Anteilen? Teilearbeit ist eine Heldenreise, bei der es darum geht Hindernisse mit Hilfe aller Beteiligten zu überwinden.

Systembrett, Systemische Therapie, Katja Keller

Visualisierung auf Metaebene

Arbeit mit dem Systembrett

Mit dem Systembrett visualisieren wir Beziehungen und Strukturen. Die konkrete Vorgehensweise richtet sich nach dem jeweiligen Anliegen und der Zielsetzung des Klienten. Der Vorteil dieser Methode ist, dass vieles sichtbar gemacht wird und durch systemische Fragen neue Gedanken und Überlegungen an die Oberfläche kommen können. 
Stellvertreter-Figuren variieren nach Alter und Setting: menschliche Spielfiguren, Tierfiguren oder einfache Holzfiguren.

Skalierungstreppe Katja Keller, Kinder- u. Jugendtherapie, Systemische Therapie

Unterschiede zeigen den Weg

In einer Skala von 1-10 ...

Wie geht es mir heute? Wie stark ist der Schmerz? Wie groß ist die Angst? Solche und ähnliche Fragen werden in Therapie und Beratung oft gestellt. Wenn Kinder und Jugendliche mit Worten schlecht einschätzen können, wie es ihnen geht oder was sie empfinden, dann hilft die Hündchen-Treppe. Damit habe ich als Therapeutin die Möglichkeit spielerisch ins Gespräch zu kommen und Unterschiede (Verschlimmerung, Verbesserung, Zeitkontext, etc.) zu explorieren.

"Was war das Mutigste, 

was du jemals gesagt hast?", fragte der Junge. 

"Hilf mir!", sagte das Pferd. 


aus "Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd"
von Charlie Mackesy